Zeitzeuge

Alta, die Altstädter Platane

Ort und Gestalt

Alta steht im Altstädter Kirchpark, gleich hinter dem früheren Ratscafé und den anderen Cafés. 50 m im Westen steht die Altstädter Nicolaikirche, davor das Leineweber-Denkmal. Ihr Stamm steht ein wenig schief, und die ganze obere Hälfte wird von einer riesigen Narbe geprägt: er ist dort über rund sieben Meter der Länge nach aufgespalten. Alta wurde vermutlich vor vielen Jahren vom Blitz getroffen. Auch den großen Feuersturm im September 1944 dürfte sie nur knapp überlebt haben. Heute erfreuen sich die Cafégäste und die vielen Gäste der Parkbänke an dem bewegten, goldgesprenkelten Schatten, den ihre großen Blätter im Sommer werfen, und an der nach Platanenart dekorativ abplatzenden Borke. Sie überblickt fast alles, was um die Altstädter Nicolaikirche passiert, Altstädter Kirchplatz und Kirchstraße, die Renteistraße, aber auch Rathaus und Stadttheater.

Baumart

Ahornblättrige Platane, Platanus × hispanica, eine Kreuzung aus Amerikanischer Platane (Platanus occidentalis) und Morgenländischer Platane (Platanus orientalis).

Geschichte

Das Gelände hinter der Altstädter Nicolaikirche war jahrhundertelang ein Kirchhof mit Grabstätten. Nördlich des Kirchenschiffs stand ein Haus, das den damaligen, fast quadratischen Altstädter Kirchplatz nach Osten abschloss. 1895 zeigt der Stadtplan eine durchgehende Renteistraße. Dort, wo jetzt die Cafés sind, war also wohl die Straße und kein Gebäude. Die Platane wurde in der Ecke des Kirchhofs gepflanzt, nah an der Kreuzung Renteistraße/Altstädter Kirchstraße. 1909 wurde das Leineweber-Denkmal auf dem Altstädter Kirchplatz (nördlich der Kirche) aufgestellt. Sämtliche Gebäude ringsum brannten 1944 bei dem großen Bombenangriff ab, auch die Altstädter Nicolaikirche. Die Ruine des an der Nordseite der Kirche stehenden Hauses wurde nach dem Krieg abgerissen, das Leineweber-Denkmal wurde hinter dem Kirchenschiff aufgestellt. Die Altstädter Nicolaikirche wurde 1954-1963 wieder aufgebaut. In dieser Zeit entstanden auch die anderen Gebäude ringsum, darunter der zweistöckige Flachbau mit mehreren Restaurants, Cafés und einer traditionsreichen Discothek.

Status und Pflege

Alta ist ein städtischer Baum, Teil einer städtischen Grünanlage und durch die Baumerhaltungsrichtlinie vom Juni 2009 geschützt. Sie wird von den Umweltbetrieben der Stadt Bielefeld gepflegt.